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Termine und Events



Das Jahresprogramm 2023

Download: Flyer MLF-Haus 2023



Schnurer-Tusche-14

Marieluise Fleißer (1901-1974) und Knut Schnurer (1920-2007): Dialog auf Augenhöhe – so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit der Marieluise-Fleißer-Gesellschaft im Marieluise Fleißer-Haus in Ingolstadt, die vom 29.11.2022 bis 26.03.2023 zu sehen ist.

Eine verwitwete Literatin und ein Maler mit Familie teilen – so zeigt es die Korrespondenz – Freuden, Erfolge, Sorgen und Nöte. Die Begegnung findet jedoch nicht nur auf freundschaftlicher Basis, sondern auch auf künstlerischem Niveau statt. Der Maler illustrierte Fleißers Pioniere in Ingolstadt mit markanten Tuschezeichnungen, die sich nun großenteils nach Ankäufen im Eigentum des Zentrums Stadtgeschichte befinden, er schuf aber ebenso Bilder zu Fleißers prämierter Erzählung “Das Pferd und die Jungfer”.

Die Literatin wiederum fühlte sich von ihm und seiner Familie angenommen und verstanden, teilte sich privat und im Schaffensprozess gerne mit. Die Seelenverwandtschaft der “lieben Fleißerin” und der “lieben Schnurers” sowie das gemeinsame künstlerische Oeuvre – Text und Zeichnung - bilden die Grundlage der Schau.

Audiobeitrag im Kulturkanal Ingolstadt zur Sonderausstellung im Marieluise-Fleißerhaus (Dr. Isabella Kreim, 28.11.2022)

Fleißerhaus: Knut Schnurer und Marieluise Fleißer im Dialog


 

Stadttheater Ingolstadt: "Fegefeuer" von Marieluise Fleißer

Regie: Schirin Khodadadian

Museumspädagogische Programme und Führungen ergänzen die Palette der Angebote.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetpräsenz der Museumspädagogik: Museumspädagogik


Ivo van Hoves «Ingolstadt» nun am Burgtheater Wien


Sie alle wollen raus. Der Außenseiter Roelle, der sich zum Heiligen stilisiert und mit seinem Wissen um die ungewollte Schwangerschaft der Klosterschülerin Olga versucht, ihre Nähe zu erpressen. Fabian, der sich in Berta, das Dienstmädchen seines Vaters, verliebt hat, die ihrerseits von dem Pionier Korl fasziniert ist, dem sie die kaltschnäuzigen Beteuerungen seiner Gleichgültigkeit nicht glauben mag. Und ihre Freundin Alma, die versucht, Unabhängigkeit zu erlangen, indem sie sich auf eigene Rechnung prostituiert.


Es sind die heißesten Tage eines langen Sommers in der drückenden Enge der katholischen Provinz, voll dumpf brütender Energie, die sich ihre Ventile mit grausamer Gesetzmäßigkeit an den schwächsten Stellen sucht. Die Gewalt in Marieluise Fleißers INGOLSTADT trägt die Masken der Religion, der Familie, der militärischen Ordnung, der Sexualität. Ihr Medium aber ist die Sprache.

Ingolstadt
© Matthias Horn / Burgtheater Wien

Die Sprache enthält die Ordnung der Welt, die Ingolstadt heißt; in der Sprache sind alle möglichen Auswege aus ihr enthalten und versperrt. Marieluise Fleißer (1901-1974) ist eine einzigartige Erscheinung in der deutschsprachigen Dramatik des 20. Jahrhunderts. Sie wurde von Lion Feuchtwanger gefördert, von Bertolt Brecht verehrt (und fast zerstört) und eine ganze Generation deutscher Nachkriegsdramatiker*innen stand unter ihrem Einfluss.

Nach mehreren großen Gastspielen bei den Wiener Festwochen inszeniert der international erfolgreiche Regisseur Ivo van Hove erstmals in Wien.

Mehr Informationen unter Burgtheater Wien.


Besondere Ereignisse in 2022:

30. Oktober 2022: Finissage der Sonderausstellung “Von der lernbegierigen zur gelehrten Frau“

Bild vergrößern: Finissage «Von der lernbegierigen zur gelehrten Frau«
(Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Rössle)

Mit einem vom Zentrum Stadtgeschichte/Marieluise-Fleißer-Haus und Historischen Verein gemeinsam veranstalteten Vortrag von Frau Professor em. Dr. Juliane Jacobi, Potsdam, zum schwierigen Weg der Frauen als Studentinnen und Lehrende an die Universität endete die Sonderausstellung zum Universitätsjubiläum im Marieluise-Fleißer-Haus.

Bild (v. li.): Kuratorin Doris Wittmann, Referentin Frau Professor Jacobi, Frau Bürgermeisterin Dr. Dorothea Deneke-Stoll.

In den Sammelblättern des Historischen Vereins Ingolstadt 2022 und 2023 sind Frau Prof. Jacobis Ausführungen zur Entwicklung der Bildungs- und Berufsmöglichkeiten für Mädchen an Schulen und Universitäten nachzulesen.


03.09.2022: Impressionen der Ingolstädter Nacht der Museen im Marieluise-Fleißer-Haus


28. Juni 2022: Zuwachs für den Fleißer-Bestand im Zentrum Stadtgeschichte. Übergabe kostbarer Textilien an das Marieluise-Fleißer-Haus

Übergabe kostbarer Stoffe an das Marieluise-Fleißer-Haus
Von links: Beatrix Schönewald (Leiterin Stadtmuseum), Nachlassverwalter Klaus Gültig, Kulturreferent Gabriel Engert, Doris Wittmann (Leiterin Marieluise-Fleißer-Haus) und Restaurator Jürgen Halm. (Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Rössle)

Fleißers Vorliebe für kostbare Stoffe ist auf den Banderolen im neu sanierten Marieluise-Fleißer-Haus für alle Besucher nachvollziebar. Ihr Neffe und Nachlassverwalter, Klaus Gültig, entschloss sich nun, diese Stoffe auch im Original dem Zentrum Stadtgeschichte für den Fleißer-Bestand zu überlassen.
Ihre textilen Schätze füllten ganze sieben Koffer: Tüten mit Stoffresten, Stoffbahnen, zugeschnittene oder geheftete und nicht mehr fertig gestellte Kleidungsstücke. Die Palette reicht von leichten Sommerstoffen bis zu schweren Wollstoffenn in Blumen- oder geometrischen Mustern. Fleißer wählte mit Bedacht und Geschmack aus und war dafür durchaus zu finanziellen Opfern bereit.



3. Juni 2022: Schenkung an das Marieluise-Fleißer-Archiv

Schenkung der Künstlerin Irmhild Koeniger-Rosenlechner
Von links: Doris Wittmann (Leiterin Marieluise-Fleißer-Haus), Beatrix Schönewald (Leiterin Stadtmuseum), Kulturreferent Gabriel Engert, Andreas Betz (Marieluise-Fleißer-Gesellschaft) und die Künstlerin Irmhild Koeniger-Rosenlechner mit ihrem Ehemann. (Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Rössle)

Große Freude bereitete die Dortmunder Künstlerin Irmhild Koeniger-Rosenlechner dem Marieluise-Fleißer-Archiv als sie ihre Arbeiten zu Marieluise Fleißer in Form einer Schenkung übergab.

Nach dem Studium der Fächer Kunst, Deutsch und Geschichte in Hamburg und Dortmund wandte sich Koeniger vornehmlich grafischen Techniken zu: Zeichnungen, Collagen, Aquarellen und den verschiedensten Tiefdrucktechniken, in neuen Arrangements oder seltenen Techniken wie z.B. reiner Aquatinta. Sie ordnet ihre Arbeit in drei große Themenkreise ein:
1. Landschaft und Leute.
2. Arbeiten zu Texten, beispielsweise Canetti, Droste-Hülshoff, Goethe, Heine, Lorca, Thomas Mann, Mörike, Sylvia Plath, Zuckmayer.
3. Politische Grafik: Antikriegszyklen, Umwelt, Frau und Gesellschaft.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Marieluise Fleißer setzte sie sich mit Biographie und Werk, speziell den Erzählungen der Ingolstädter Literatin auseinander und schuf unterschiedliche Grafiken. Sie schreibt dazu:
Da Marieluise Fleisser meiner Auffassung nach ihren Figuren teilweise autobiografische Züge verliehen hat, habe ich für ihre Frauenfiguren häufig Anleihen bei ihrer eigenen Jugend – Fotoporträts - genommen. Es gibt ein '' Facelift Porträt '', bei dem über das Altersgesicht das Jugendgesicht als Folie zum Hochheben gelagert ist. Die Fassungen der Erzählungen ''Der Apfel'' und ''Ein Pfund von 1928, sind Zeichnungen/Collagen, mit Spiegelfolie und Aquarellstiften/Lumocolorstiften ausgeführt.

Die sieben Zeichnungen zu den Erzählungen sind in cobaltblau und orangenen Aquarellstiften ausgeführt, um die gesellschaftliche Kälte; die ''Erinnerungsfrequenz'' der Autorin zu zeigen.
Die Titel „Der Apfel“, „Ein Pfund Orangen“, „Abenteuer aus dem Englischen Garten“, „Stunde der Magd“, „Moritat vom Institutsfräulein“, „Die Ziege“, „Hölderlin in einer Berliner Kneipe“ entstanden alle 2001.
Sie wurden für den ''Hans Meid Preis für Illustrationen'' in der Villa Griesebach in Berlin gezeigt. Berühmte Frauen wie Sibylle Merian, Annette von Droste-Hülshoff und Marieluise Fleißer waren zu ihrer Zeit mit künstlerischen Aufbrüchen zukunftsweisend.

Seit 1975 zeigte Koeniger ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Ihre Werke befinden sich in privatem und öffentlichem Besitz, mehrere Kataloge von ihr sind seither erschienen. sie ist Mitglied im BBK Westfalen und erste Vorsitzende des Westfälsichen Künstlerbundes Dortmund, engagiert sich zudem ehrenamtlich in verschiedenen Juries.