Inhalt

Termine und Events



 Das Jahresprogramm 2024

als PDF zum Download



Fleißer-Gedenkjahr 2024

Tot und doch lebendig - Fleißer-Gedenkjahr zum 50. Todestag 2024

Fleisser -Interview, Hassfurter Film 1081 10_bea
(Foto: © Zentrum Stadtgeschichte Ingolstadt/Heinz Haßfurter)

Zahlreiche Veranstaltungen finden im Marieluise Fleißer-Gedenkjahr 2024 statt.
Für jeden ist etwas geboten, egal ob man ins Theater geht,
sich durch das Fleißer-Haus führen lässt,
Informativ-Unterhaltsames in Vorträgen oder bei Lesungen mit Musik erfährt,
Fleißer-PreisträgerInnen persönlich oder literarisch begegnet,
Sonderausstellungen besucht oder
auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse stößt.
Walter Benjamins Feststellung gilt:
“Diese Frau bereichert unsere Literatur...”


Beitrag im Bayerischen Rundfunk
BAYERISCHES FEUILLETON

"Ich ahnte den Sprengstoff nicht - Marieluise Fleißer und ihr Drama mit Ingolstadt"
16. April 2024, 8:05 Uhr, Bayern 2
(Wiederholung: 17. April 2024, 12:05 Uhr, Bayern 2)

Demnächst auch in der ARD Audiothek zu finden.



Ausstellung „Marieluise Fleißer – der Fluß, die Auen und der Sport“ im Alten Messpegelhaus

Im Alten Messpegelhaus ist seit 7.12.2023 bis zum Winterende eine neue kleine Ausstellung zu sehen, die Marieluise Fleißer und ihrem Ehemann unter dem Aspekt “der Fluß, die Auen und der Sport” gewidmet ist. Zitate aus Fleißers Werken und aus dem Briefwechsel rücken die Fluß- und Auenlandschaft als Gebiet für Spaziergänge und sportliche Aktivitäten wie Schwimmen und Rudern in den Blickwinkel.


«Marieluise Fleißer: Schlaglichter und Schlagschatten»

Sonderausstellung im Marieluise-Fleißer-Haus
14.05.2023 - 09.06.2024


Beginnend mit dem Jahr 1923, also der Erstveröffentlichung einer Fleißer-Erzählung, werden sechs Jahre in Dekaden aus dem Leben Fleißers genauer unter die Lupe genommen.
Diese Jahre beleuchten ihr Schicksal, die Ereignisse in Ingolstadt, in der Welt, auch im kulturellen und technischen Bereich.
Auf diese Jahre fielen nicht nur Schlaglichter, sondern auch Schlagschatten, vor allem 1933 und 1943.
Danach kam das Talent Fleißer allmählich wieder ans Licht. Den Schlusspunkt bildet die Ausgabe der Gesammelten Werke Fleißers, gleichsam das Highlight ihres literarischen Schaffens.
Geboten ist eine Bandbreite an Themen, die möglichst viele BesucherInnen ansprechen soll, sich auch als anschaulicher Lehrstoff für Schülerinnen und Schüler eignet, zu eigenen Recherchen anregt, die ältere Generation zum Storytelling animiert.

Flyer:
Sonderausstellung “Schlaglichter und Schlagschatten“

TV-Vorbericht:
Ausstellung “Schlaglichter und Schlagschatten“ im Fleißer-Haus
(© www.tvingolstadt.de / 11.05.2023)

Podcast:
Neue Sonderausstellung im Fleißerhaus
(© www.kulturkanal-ingolstadt.de / 15.05.2023 / Dr. Isabella Kreim)



Museumspädagogische Programme und Führungen ergänzen die Palette der Angebote.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetpräsenz der Museumspädagogik: Museumspädagogik



Ivo van Hoves «Ingolstadt» nun am Burgtheater Wien


Sie alle wollen raus. Der Außenseiter Roelle, der sich zum Heiligen stilisiert und mit seinem Wissen um die ungewollte Schwangerschaft der Klosterschülerin Olga versucht, ihre Nähe zu erpressen. Fabian, der sich in Berta, das Dienstmädchen seines Vaters, verliebt hat, die ihrerseits von dem Pionier Korl fasziniert ist, dem sie die kaltschnäuzigen Beteuerungen seiner Gleichgültigkeit nicht glauben mag. Und ihre Freundin Alma, die versucht, Unabhängigkeit zu erlangen, indem sie sich auf eigene Rechnung prostituiert.


Es sind die heißesten Tage eines langen Sommers in der drückenden Enge der katholischen Provinz, voll dumpf brütender Energie, die sich ihre Ventile mit grausamer Gesetzmäßigkeit an den schwächsten Stellen sucht. Die Gewalt in Marieluise Fleißers INGOLSTADT trägt die Masken der Religion, der Familie, der militärischen Ordnung, der Sexualität. Ihr Medium aber ist die Sprache.

Ingolstadt
© Matthias Horn / Burgtheater Wien

Die Sprache enthält die Ordnung der Welt, die Ingolstadt heißt; in der Sprache sind alle möglichen Auswege aus ihr enthalten und versperrt. Marieluise Fleißer (1901-1974) ist eine einzigartige Erscheinung in der deutschsprachigen Dramatik des 20. Jahrhunderts. Sie wurde von Lion Feuchtwanger gefördert, von Bertolt Brecht verehrt (und fast zerstört) und eine ganze Generation deutscher Nachkriegsdramatiker*innen stand unter ihrem Einfluss.

Nach mehreren großen Gastspielen bei den Wiener Festwochen inszeniert der international erfolgreiche Regisseur Ivo van Hove erstmals in Wien.

Mehr Informationen unter Burgtheater Wien.



Besondere Ereignisse in 2023:

Marieluise-Fleißer-Preis 2023

Bild vergrößern: UR_gorelik-6
Kulturreferent Gabriel Engert, Preisträgerin Lena Gorelik, Bürgermeisterin Dr. Deneke-Stoll. (© Foto: Ulli Rössle / Zentrum Stadtgeschichte Ingolstadt)

Der Marieluise-Fleißer-Preis ging dieses Jahr am 26.11.2023 an Lena Gorelik.
Tanja Graf, Leiterin des Literaturhauses München, bezeichnete die Preisträgerin in ihrer Laudatio “als politisch hellwache Kommentatorin unserer Zeit, als politische Autorin auch in ihren Romanen, Erzählungen, Theaterstücken, die in einer unverkennbar eigenen Sprache, nämlich in kunstvoll stilisierter Einfachheit, echte Menschen zu Wort kommen lässt.”
Lena Gorelik bedankte sich in ihrer Rede für den Preis, der ihr sehr viel bedeute, und erläuterte, „was Schreiben vermag, warum Schreiben auch eine Haltung ist.“


Ein besonderer Ankauf mit persönlicher Widmung: „Norwegische Hummern”

„Norwegische Hummern“ handschriftliche Widmung des Autors (Fotomontage)
„Norwegische Hummern“ handschriftliche Widmung des Autors (Fotomontage)
Der exzentrische Völkerkundler Hellmut Draws-Tychsen – Fleißers damaliger Verlobter –, veröffentlichte 1931 in Berlin eine „Komödie der Verärgerung“ unter dem Titel „Norwegische Hummern”. Der Text ist nicht einfach verständlich, da er im Plattdeutsch des Ostseeraums geschrieben ist.

Das Besondere an diesem jüngst erworbenen Buchexemplar aber ist die handschriftliche Widmung des Autors:

“Arthur Brunk, dem
Freund und Verehrer
meiner Muse, sehr
herzlich
4.10.31
Hellmut Draws-Tychsen”.

In der Tat verfasst Brunk einen Artikel über Draws als „Dichter südlicher Sehnsucht und nordischer Herbheit” in der Berliner Börsen-Zeitung vom 6. April 1932, der im Marieluise-Fleißer-Archiv verwahrt wird. Im Jahr 1936 erschien im Elbinger Jahrbuch 12/1935 „Die Arbeiterschaft in der Elbinger Wirtschafts- und Partei-Geschichte des Vormärz” von Brunk. Das Titelblatt enthält die Widmung an Hellmut Draws-Tychsen.


Virtueller Rundgang durch das Marieluise-Fleißer-Haus

Mit dem 3D-Rundgang durch das Marieluise-Fleißer-Haus gelang dem Zentrum Stadtgeschichte ein weiterer entscheidender Beitrag zur angestrebten Digitalisierung. Mit Hilfe des Sponsors Sparkasse Ingolstadt Eichstätt setzte die vom Zentrum Stadtgeschichte beauftragte Firma MAQAT das Vorhaben um.
Es lohnt sich also, das Fleißer-Haus mit neuem Blick – multimedial und interaktiv, zudem barrierefrei – zu entdecken.

Egal ob zuerst im virtuellen 360° Rundgang mit anschließendem Erleben und Vertiefen im echten Fleißer-Haus, oder umgekehrt: Reales und nicht reales Museum ergänzen sich ausgezeichnet und schaffen im Zusammenspiel ein einmaliges Erlebnis in der Welt der Schriftstellerin Marieluise Fleißer. Tauchen Sie ein in diese Symbiose, informieren Sie sich bereits online über die Website des Zentrums für Stadtgeschichte https://zentrumstadtgeschichte.ingolstadt.de und besuchen Sie auf alle Fälle das 'echte' Marieluise-Fleißer-Haus in der Ingolstädter Kupferstraße 18.


Zuwachs für das Marieluise-Fleißer-Archiv

Original-Brief von Marieluise Fleißer an Ria Hans nun in Ingolstadt

Die Marieluise-Fleißer-Gesellschaft hat zusammen mit dem Marieluise-Fleißer-Archiv
einen interessanten Original-Brief von Marieluise Fleißer an Ria Hans, Redakteurin und Kritikerin beim Bayerischen Rundfunk in München, käuflich erworben. Mit ihr stand die Ingolstädter Autorin in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder im regen Austausch. Ein Interview von Ria Hans mit Marieluise Fleißer ist im Raum „Die Sprache“ im Marieluise-Fleißer-Haus zu hören.

Der bisher unbekannte Brief datiert vom 03.11.1967 und gibt Einblicke in das Lebens- und Arbeitsumfeld der Fleißer. Ria Hans erbat von Fleißer offensichtlich „unmittelbare Brechterinnerungen“, die für Radio Zürich geschrieben und später unter dem Titel „Frühe Begegnung“ veröffentlicht wurden. Fleißer erreichten damals immer wieder Anfragen, zum frühen Brecht zu lesen, auch aus „Avantgarde“.

Als lokales Ereignis aus Ingolstadt meldet sie in dem Brief den unerwarteten Tod von Norbert Mayer, dem Chefredakteur des Donau-Kurier, „ein schwerer Schlag für die Zeitung“. Das Dokument wird nun im Marieluise-Fleißer-Archiv verwahrt.

Bild vergrößern: Übergabe des Original-Fleißer-Briefs
Übergabe des Original-Fleißer-Briefs durch den 1. Vorsitzenden der Marieluise-Fleißer-Gesellschaft, Herrn Betz, an die Museumsleiterin Doris Wittmann und den Leiter des Stadtarchivs Matthias Nicklaus (re.). (Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Ulli Rössle)

Austausch auf europäischer Ebene - BesucherInnen aus Mikulov/Tschechien

Auf einer Informationsreise zu Bibliotheken und diversen Kultureinrichtungen stattete eine Gruppe von BibliothekarInnen und Tourismus- sowie KulturmanagerInnen auch dem Marieluise-Fleißer-Haus einen Besuch ab. Die Führung übernahm Frau Doris Wittmann (li.), anschließend informierte Frau Dr. Stephanie Righetti Templer (re.) über die Museumspädagogik.

Bild vergrößern: BesucherInnen aus Mikulov/Tschechien
(Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Ulli Rössle)


Besondere Ereignisse in 2022:

30. Oktober 2022: Finissage der Sonderausstellung “Von der lernbegierigen zur gelehrten Frau“

Bild vergrößern: Finissage «Von der lernbegierigen zur gelehrten Frau«
(Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Rössle)

Mit einem vom Zentrum Stadtgeschichte/Marieluise-Fleißer-Haus und Historischen Verein gemeinsam veranstalteten Vortrag von Frau Professor em. Dr. Juliane Jacobi, Potsdam, zum schwierigen Weg der Frauen als Studentinnen und Lehrende an die Universität endete die Sonderausstellung zum Universitätsjubiläum im Marieluise-Fleißer-Haus.

Bild (v. li.): Kuratorin Doris Wittmann, Referentin Frau Professor Jacobi, Frau Bürgermeisterin Dr. Dorothea Deneke-Stoll.

In den Sammelblättern des Historischen Vereins Ingolstadt 2022 und 2023 sind Frau Prof. Jacobis Ausführungen zur Entwicklung der Bildungs- und Berufsmöglichkeiten für Mädchen an Schulen und Universitäten nachzulesen.


03.09.2022: Impressionen der Ingolstädter Nacht der Museen im Marieluise-Fleißer-Haus


28. Juni 2022: Zuwachs für den Fleißer-Bestand im Zentrum Stadtgeschichte. Übergabe kostbarer Textilien an das Marieluise-Fleißer-Haus

Übergabe kostbarer Stoffe an das Marieluise-Fleißer-Haus
Von links: Beatrix Schönewald (Leiterin Stadtmuseum), Nachlassverwalter Klaus Gültig, Kulturreferent Gabriel Engert, Doris Wittmann (Leiterin Marieluise-Fleißer-Haus) und Restaurator Jürgen Halm. (Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Rössle)

Fleißers Vorliebe für kostbare Stoffe ist auf den Banderolen im neu sanierten Marieluise-Fleißer-Haus für alle Besucher nachvollziebar. Ihr Neffe und Nachlassverwalter, Klaus Gültig, entschloss sich nun, diese Stoffe auch im Original dem Zentrum Stadtgeschichte für den Fleißer-Bestand zu überlassen.
Ihre textilen Schätze füllten ganze sieben Koffer: Tüten mit Stoffresten, Stoffbahnen, zugeschnittene oder geheftete und nicht mehr fertig gestellte Kleidungsstücke. Die Palette reicht von leichten Sommerstoffen bis zu schweren Wollstoffenn in Blumen- oder geometrischen Mustern. Fleißer wählte mit Bedacht und Geschmack aus und war dafür durchaus zu finanziellen Opfern bereit.



3. Juni 2022: Schenkung an das Marieluise-Fleißer-Archiv

Schenkung der Künstlerin Irmhild Koeniger-Rosenlechner
Von links: Doris Wittmann (Leiterin Marieluise-Fleißer-Haus), Beatrix Schönewald (Leiterin Stadtmuseum), Kulturreferent Gabriel Engert, Andreas Betz (Marieluise-Fleißer-Gesellschaft) und die Künstlerin Irmhild Koeniger-Rosenlechner mit ihrem Ehemann. (Foto: Zentrum Stadtgeschichte / Rössle)

Große Freude bereitete die Dortmunder Künstlerin Irmhild Koeniger-Rosenlechner dem Marieluise-Fleißer-Archiv als sie ihre Arbeiten zu Marieluise Fleißer in Form einer Schenkung übergab.

Nach dem Studium der Fächer Kunst, Deutsch und Geschichte in Hamburg und Dortmund wandte sich Koeniger vornehmlich grafischen Techniken zu: Zeichnungen, Collagen, Aquarellen und den verschiedensten Tiefdrucktechniken, in neuen Arrangements oder seltenen Techniken wie z.B. reiner Aquatinta. Sie ordnet ihre Arbeit in drei große Themenkreise ein:
1. Landschaft und Leute.
2. Arbeiten zu Texten, beispielsweise Canetti, Droste-Hülshoff, Goethe, Heine, Lorca, Thomas Mann, Mörike, Sylvia Plath, Zuckmayer.
3. Politische Grafik: Antikriegszyklen, Umwelt, Frau und Gesellschaft.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Marieluise Fleißer setzte sie sich mit Biographie und Werk, speziell den Erzählungen der Ingolstädter Literatin auseinander und schuf unterschiedliche Grafiken. Sie schreibt dazu:
Da Marieluise Fleisser meiner Auffassung nach ihren Figuren teilweise autobiografische Züge verliehen hat, habe ich für ihre Frauenfiguren häufig Anleihen bei ihrer eigenen Jugend – Fotoporträts - genommen. Es gibt ein '' Facelift Porträt '', bei dem über das Altersgesicht das Jugendgesicht als Folie zum Hochheben gelagert ist. Die Fassungen der Erzählungen ''Der Apfel'' und ''Ein Pfund von 1928, sind Zeichnungen/Collagen, mit Spiegelfolie und Aquarellstiften/Lumocolorstiften ausgeführt.

Die sieben Zeichnungen zu den Erzählungen sind in cobaltblau und orangenen Aquarellstiften ausgeführt, um die gesellschaftliche Kälte; die ''Erinnerungsfrequenz'' der Autorin zu zeigen.
Die Titel „Der Apfel“, „Ein Pfund Orangen“, „Abenteuer aus dem Englischen Garten“, „Stunde der Magd“, „Moritat vom Institutsfräulein“, „Die Ziege“, „Hölderlin in einer Berliner Kneipe“ entstanden alle 2001.
Sie wurden für den ''Hans Meid Preis für Illustrationen'' in der Villa Griesebach in Berlin gezeigt. Berühmte Frauen wie Sibylle Merian, Annette von Droste-Hülshoff und Marieluise Fleißer waren zu ihrer Zeit mit künstlerischen Aufbrüchen zukunftsweisend.

Seit 1975 zeigte Koeniger ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Ihre Werke befinden sich in privatem und öffentlichem Besitz, mehrere Kataloge von ihr sind seither erschienen. sie ist Mitglied im BBK Westfalen und erste Vorsitzende des Westfälsichen Künstlerbundes Dortmund, engagiert sich zudem ehrenamtlich in verschiedenen Juries.